Persönlichkeit und Selbststeuerung
PSI-Diagnostik: Verstehen, was Dich antreibt und wie Du handelst
Warum lassen sich manche Vorhaben fast selbstverständlich umsetzen, während andere trotz klarer Absicht immer wieder liegen bleiben? Wie gut passen die Ziele, die Du bewusst verfolgst, zu Deinen persönlichen Motiven? Und wie gelingt es Dir, auch unter Belastung handlungsfähig zu bleiben?
Die PSI-Theorie betrachtet Persönlichkeit als dynamisches Zusammenspiel von Motiven, Gefühlen, Denken und Handlungssteuerung. Sie beschreibt unter anderem, wie Menschen Entscheidungen treffen, Absichten umsetzen und auf eigene Erfahrungen, Bedürfnisse und Werte zugreifen.⁸ ¹¹
Im Coaching ist PSI besonders interessant, weil die Theorie über die Beschreibung von Persönlichkeitseigenschaften hinausgeht. Sie macht sichtbar, wie persönliche Ziele und unbewusste Motive zueinanderstehen, wie leicht die Umsetzung von Absichten gelingt und welche Rolle Stress dabei spielt. Daraus können sich konkrete Ansatzpunkte für die Arbeit im Coaching ergeben.
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Ein zentraler Bestandteil der PSI-Diagnostik ist die Erfassung persönlicher Motive. Dabei werden vier Motive unterschieden: Beziehung, Leistung, Macht und Freiheit. ⁴
Beziehung
Hier geht es um Zugehörigkeit, Kontakt und Verbindung. Je stärker das Beziehungsmotiv ausgeprägt ist, desto bedeutsamer können Nähe und Austausch mit anderen sein. Die Motivstärke sagt dabei zunächst etwas darüber aus, wie stark der Wunsch nach Beziehung und Kontakt ist, nicht darüber, wie gut Beziehungen tatsächlich gelingen. ⁴
Leistung
Das Leistungsmotiv richtet sich auf Herausforderungen, anspruchsvolle Aufgaben, Lernen und Weiterentwicklung. Entscheidend ist dabei der Wunsch, sich solchen Herausforderungen zuzuwenden. Das Leistungsmotiv sagt deshalb nicht aus, wie leistungsfähig oder erfolgreich jemand tatsächlich ist. Eine geringe Ausprägung dieses Motivs bedeutet entsprechend nicht, dass jemand weniger leisten kann. ⁴
Macht
Das Machtmotiv ist nicht mit Dominanz gleichzusetzen. Es umfasst den Wunsch, Einfluss zu nehmen, etwas zu gestalten und Wirkung zu erzielen. Auch andere zu begeistern oder sich für eine Sache einzusetzen, kann Ausdruck eines starken Machtmotivs sein. ⁴
Freiheit
Das Freiheitsmotiv betrifft Eigenständigkeit, Selbstbestimmung und den Wunsch, Du selbst zu sein und Dich entsprechend entfalten zu können. Auch die Freiheit vom Einfluss anderer spielt dabei eine Rolle. ⁴
Eine Besonderheit der PSI-Diagnostik ist, dass sie sowohl bewusste als auch unbewusste Motive erfasst. Bewusste Motive sind Teil Deines Selbstbildes. Sie sind sprachlich und kognitiv repräsentiert und spiegeln wider, was Du über Dich selbst denkst, welche Ziele Du für wichtig hältst und wie Du Dich selbst beschreibst. Unbewusste Motive entstehen sehr früh, bereits in den ersten Lebensjahren. Sie werden nicht sprachlich gespeichert, sondern in einer bildhaften und emotional geprägten Form, in die auch Körperempfindungen einbezogen sind. ⁴
Die beiden Motivationssysteme wirken auf unterschiedliche Weise auf Dein Verhalten. Bewusste Motive werden besonders relevant, wenn eine Situation ein bestimmtes Motivthema klar anspricht und Du darauf bewusst reagierst. Unbewusste Motive prägen stärker spontanes, selbst initiiertes Verhalten in weniger vorgegebenen Situationen und spielen eine wichtige Rolle dafür, was Du als befriedigend erlebst. ⁴
Besonders aufschlussreich ist deshalb der Vergleich beider Ebenen. Von Motivkongruenz spricht man, wenn die bewusste Einschätzung eines Motivs mit seiner unbewussten Ausprägung übereinstimmt. Was Du bewusst anstrebst, passt dann zu dem, was Dich auch unbewusst motiviert. Dies wird als innere Stimmigkeit erlebt. ⁴
Eine Motivdiskrepanz liegt dagegen vor, wenn bewusste und unbewusste Motivstärke deutlich auseinanderliegen. Du kannst Dich beispielsweise für ausgesprochen leistungsorientiert halten und Dir entsprechend anspruchsvolle Ziele setzen, obwohl Dein unbewusstes Leistungsmotiv deutlich schwächer ausgeprägt ist. Die Verfolgung dieser Ziele kann dann zusätzliche Anstrengung und Energie erfordern. Umgekehrt kann ein starkes unbewusstes Motiv in Deinem bewussten Selbstbild unterschätzt werden. Dann bleibt möglicherweise eine wichtige Quelle von Motivation und Energie ungenutzt. ⁴
Eine solche Diskrepanz kann mit latenter, anhaltender Unzufriedenheit einhergehen, obwohl sich deren Ursache zunächst nicht klar benennen lässt, etwa wenn die äußeren Lebensumstände eigentlich passend erscheinen. Studien zeigen zudem Zusammenhänge zwischen Motivinkongruenz, geringerem Wohlbefinden und psychosomatischen Symptomen sowie Erschöpfung. ¹ ⁴
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Zu wissen, was Dich antreibt, ist das eine. Ebenso wichtig ist, wie Du Deine Motive und Absichten umsetzt. Zwei Menschen können beispielsweise ein ähnlich starkes Leistungsmotiv haben und dennoch ganz unterschiedlich an eine anspruchsvolle Aufgabe herangehen. Die eine beginnt spontan und probiert aus, die andere plant zunächst sorgfältig, eine dritte greift auf Erfahrungen und Intuition zurück, während eine vierte besonders genau auf mögliche Fehler und Risiken achtet. Auch ein und dieselbe Person kann ihre verschiedenen Motive auf unterschiedliche Weise umsetzen. ⁴ ⁸ ¹¹
Die PSI-Theorie beschreibt diese unterschiedlichen Arten der Verarbeitung anhand von vier psychischen Funktionssystemen. Jedes von ihnen erfüllt eine eigene Aufgabe. Entscheidend ist ihr Zusammenspiel und die Frage, welches System in einer bestimmten Situation gerade verfügbar ist. ⁴ ⁸ ¹¹
Planen und analysieren: Intentionsgedächtnis
Wenn ein Vorhaben nicht sofort umgesetzt werden kann oder zunächst durchdacht werden muss, hilft das Intentionsgedächtnis dabei, das Ziel im Blick zu behalten. Es ermöglicht logisches und schrittweises Denken, strukturiert schwierige Aufgaben und bereitet konkrete Handlungsschritte vor. Gleichzeitig hält es unmittelbares Handeln zunächst zurück. Das ist sinnvoll, solange Planung oder Problemlösung erforderlich sind. Bleibt diese Handlungshemmung jedoch bestehen, kann eine Absicht sehr klar und gut durchdacht sein, ohne dass der Schritt zur Umsetzung gelingt. ⁶ ⁸ ¹⁰ ¹¹
Prüfen und Abweichungen erkennen: Objekterkennungssystem
Das Objekterkennungssystem richtet die Aufmerksamkeit auf einzelne Aspekte einer Situation. Es registriert besonders sensibel, wenn etwas neu, unerwartet, unstimmig oder fehlerhaft ist. Dadurch unterstützt es genaues Prüfen, das Erkennen von Risiken und die Auseinandersetzung mit Erfahrungen, aus denen etwas gelernt werden kann. Bei starker Aktivierung kann sich die Aufmerksamkeit allerdings so sehr auf einzelne problematische Aspekte verengen, dass andere Informationen und der größere Zusammenhang weniger zugänglich sind. ⁸ ¹¹
Erfahrungen und Bedürfnisse einbeziehen: Extensionsgedächtnis
Das Extensionsgedächtnis verarbeitet eine große Zahl persönlicher Erfahrungen, Bedürfnisse, Werte, Gefühle und Handlungsmöglichkeiten gleichzeitig. Dadurch können unterschiedliche und auch widersprüchliche Aspekte einer Situation miteinander in Beziehung gesetzt werden. Dieses System ist insbesondere bei komplexen Entscheidungen wichtig, bei denen eine rein analytische Abwägung einzelner Argumente nicht ausreicht. Es ermöglicht, auf den eigenen Erfahrungsschatz zurückzugreifen, verschiedene Perspektiven einzubeziehen und eine Entscheidung daraufhin zu prüfen, wie gut sie zur eigenen Person und zur jeweiligen Situation passt. ⁸ ¹¹
Handeln: Intuitive Verhaltenssteuerung
Die Intuitive Verhaltenssteuerung ermöglicht es, Absichten tatsächlich auszuführen. Sie koordiniert Verhalten schnell und flexibel und greift dabei unter anderem auf eingeübte Abläufe und vorhandene Handlungserfahrungen zurück. Das betrifft keineswegs nur automatisierte Routinen. Gerade in Situationen, in denen viele Informationen gleichzeitig berücksichtigt und Verhalten laufend angepasst werden muss, ermöglicht dieses System Handeln, ohne dass jeder einzelne Schritt vorher bewusst geplant werden muss. ⁸ ¹¹
Keines dieser Systeme ist grundsätzlich besser als ein anderes. Ob eine bestimmte Art der Verarbeitung hilfreich ist, hängt von der Situation ab. Vor einer schwierigen Entscheidung kann gründliches Analysieren sinnvoll sein. Beim Korrekturlesen ist ein genauer Blick auf Abweichungen gefragt. Für eine komplexe persönliche Entscheidung kann der Zugang zu eigenen Erfahrungen und Bedürfnissen besonders wichtig sein. Und irgendwann muss eine ausreichend durchdachte Absicht auch in Handlung übergehen. Die Fähigkeit, zwischen diesen unterschiedlichen Funktionen zu wechseln, spielt deshalb eine zentrale Rolle. ⁴ ⁸ ¹¹ Gerade das Zusammenspiel von Intentionsgedächtnis und Intuitiver Verhaltenssteuerung ist für die Umsetzung von Absichten bedeutsam. Auch das Zusammenspiel von Objekterkennung und Extensionsgedächtnis spielt eine wichtige Rolle für Erfahrungslernen und Selbstentwicklung. ¹¹
Für die Frage, wie aus einer Absicht tatsächlich Handlung wird, ist insbesondere der Wechsel vom Intentionsgedächtnis zur Intuitiven Verhaltenssteuerung relevant. Dabei spielen Gefühle eine wichtige Rolle. Nach der PSI-Theorie erleichtert positiver Affekt den Zugang zur Handlungsausführung. Gerade bei schwierigen oder unangenehmen Vorhaben kann deshalb die Fähigkeit zur Selbstmotivierung entscheidend dafür sein, ob eine vorhandene Absicht umgesetzt wird. ⁶ ¹⁰ ¹¹ Diese Annahme wurde unter anderem experimentell untersucht.
Die Aussage „Ich weiß doch, was ich tun müsste“ beschreibt damit tatsächlich nur einen Teil des Problems. Ein Ziel zu haben, einen Plan zu entwickeln und im richtigen Moment ins Handeln zu kommen sind unterschiedliche psychische Leistungen. Du kannst ein Vorhaben durchaus wollen und genau wissen, was zu tun wäre, und trotzdem Schwierigkeiten haben, die Absicht in Handlung zu überführen. ⁶ ¹⁰ ¹¹
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Wie Du auf eine Situation spontan reagierst, kannst Du nur begrenzt beeinflussen. Manche Menschen geraten beispielsweise schneller unter Druck, andere reagieren besonders sensibel auf Fehler oder Kritik, wieder andere verlieren bei Schwierigkeiten rascher ihren Antrieb. Die PSI-Theorie bezeichnet solche unmittelbar auftretenden Reaktionsmuster als Erstreaktionen. ⁴
Für die Selbststeuerung ist vor allem interessant, was danach passiert. Kannst Du Dich wieder beruhigen, Dich neu motivieren, den Blick weiten oder trotz einer unangenehmen Reaktion handlungsfähig werden? Im Laufe Deines Lebens entwickelst Du durch Erfahrungen Möglichkeiten, mit Deinen Erstreaktionen umzugehen. Diese erlernten Reaktionsweisen werden als Zweitreaktionen bezeichnet. Sie sind wesentlich besser veränderbar und entwickelbar als unmittelbare Reaktionsneigungen. ⁴
Selbststeuerung umfasst dabei eine ganze Reihe unterschiedlicher Fähigkeiten. Die folgenden Beispiele zeigen deshalb nur eine Auswahl dessen, was in der PSI-Diagnostik betrachtet werden kann. ⁴ ¹¹
Bei Dir selbst bleiben
Kannst Du wahrnehmen, was Dir wichtig ist, und unterscheiden, ob ein Ziel wirklich Deinem eigenen Erleben entspricht oder stärker durch Erwartungen anderer bestimmt ist? Bleibt der Zugang zu Deiner eigenen Position auch dann erhalten, wenn Du unter Druck gerätst oder mit Kritik und Ablehnung konfrontiert wirst? ⁴ ⁵ ⁹ ¹¹
Dich selbst motivieren und beruhigen
Kannst Du Dich auch für unangenehme oder schwierige Vorhaben motivieren? Gelingt es Dir nach Ärger, Enttäuschung oder Verunsicherung, Deine Gefühle so zu regulieren, dass Du wieder auf Deine Erfahrungen und Ressourcen zugreifen kannst? ² ⁴
Absichten tatsächlich umsetzen
Kannst Du den Schritt von einer gefassten Absicht zur Handlung vollziehen, Initiative entwickeln und Deine Aufmerksamkeit bei der Sache halten? Gerade bei schwierigen Vorhaben oder hoher Belastung unterscheiden sich Menschen darin, wie gut ihnen dieser Übergang gelingt. ⁴ ⁶ ¹⁰
Mit Misserfolgen umgehen
Was passiert nach einem Rückschlag? Bleibst Du gedanklich und emotional lange an dem hängen, was schiefgegangen ist, oder gelingt es Dir, die Erfahrung einzuordnen, daraus zu lernen und wieder handlungsfähig zu werden? Auch der Zugang zur eigenen Erfahrung und zur eigenen Position kann unter starkem emotionalem Druck eingeschränkt sein. ² ³ ⁴
Zu den weiteren Selbststeuerungskompetenzen, die in der PSI-Diagnostik betrachtet werden, gehören unter anderem Planungsfähigkeit, Konzentration, Zielorientierung, Selbstbestimmung, Selbstgespür und die Fähigkeit, unterschiedliche Erfahrungen miteinander zu verbinden. ⁴
Besonders aufschlussreich ist der Zusammenhang zwischen Selbststeuerung und Stress. Eine Kompetenz ist nicht einfach vorhanden oder nicht vorhanden. Entscheidend ist auch, wie viel davon unter Belastung noch zur Verfügung steht. Eine Fähigkeit kann unter normalen Bedingungen vollkommen ausreichen und bei höherem Stress an ihre Grenze kommen. ⁴
Ob eine Situation als überfordernd erlebt wird, hängt deshalb auch davon ab, ob die dafür benötigten Selbststeuerungskompetenzen unter dem aktuellen Stress noch ausreichend verfügbar sind. Du kannst dieselbe Anforderung in einer Phase problemlos bewältigen und zu einem anderen Zeitpunkt damit an Deine Grenzen kommen, obwohl sich Deine grundsätzlichen Fähigkeiten nicht verändert haben. ⁴
Selbststeuerungskompetenzen können gezielt entwickelt und trainiert werden. Dabei geht es nicht darum, eine unerwünschte Erstreaktion einfach abzuschaffen. Dein Umgang damit kann erweitert werden. So kann es beispielsweise gelingen, Dich nach einem Rückschlag schneller wieder zu beruhigen, Dich für schwierige Aufgaben besser zu motivieren oder auch unter Druck zuverlässiger Zugang zu Deiner eigenen Position zu behalten. ⁴ ¹¹
Dadurch kann aus einer allgemeinen Aussage wie „Ich bin einfach schnell überfordert“ eine wesentlich genauere Frage werden: Welche Fähigkeit wird in dieser Situation eigentlich gebraucht, wie gut ist sie entwickelt und wie viel davon steht unter der aktuellen Belastung noch zur Verfügung?
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PSI kann im Coaching dabei helfen, Dein eigenes Erleben und Verhalten genauer zu verstehen. Gerade bei wiederkehrenden Mustern, inneren Widersprüchen oder Schwierigkeiten, die sich mit einfachen Erklärungen nicht ausreichend erfassen lassen, ermöglicht die Diagnostik einen differenzierteren Blick darauf, welche Prozesse beteiligt sind.
Aussagen wie „Ich bin total inkonsequent.“, „Ich kann nicht priorisieren.“ oder „Ich denke einfach zu viel nach.“ beschreiben häufig eine Beobachtung, erklären aber noch nicht, was dahintersteht und wo Veränderung sinnvoll ansetzen könnte.
Die PSI-Diagnostik betrachtet Motive, die Art ihrer Umsetzung, Selbststeuerungskompetenzen und die aktuelle Belastung nicht isoliert, sondern setzt die verschiedenen Ergebnisse miteinander und mit Deinem konkreten Anliegen in Beziehung. So kann beispielsweise sichtbar werden, ob ein Ziel wenig zu Deinen eigenen Motiven passt, ob der Übergang von einer Absicht ins Handeln Schwierigkeiten bereitet oder ob grundsätzlich vorhandene Selbststeuerungskompetenzen unter der aktuellen Belastung nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen. ⁴ ¹¹
Die PSI-Diagnostik ordnet Dich dabei keinem festen Persönlichkeitstyp zu. Sie berücksichtigt sowohl relativ stabile Aspekte Deiner Persönlichkeit als auch Reaktionsweisen und Fähigkeiten, die Du verändern und entwickeln kannst. Dadurch lässt sich genauer betrachten, wie Du unter unterschiedlichen Bedingungen reagierst, welche Ressourcen Dir zur Verfügung stehen und an welchen Stellen Entwicklung möglich ist. ⁴ ¹¹
Die Ergebnisse werden als Hinweise und Hypothesen verstanden und gemeinsam mit Deinem konkreten Anliegen, Deiner aktuellen Situation und Deinen eigenen Beobachtungen betrachtet. Ein auffälliges Ergebnis wird nicht automatisch zu einem Problem oder Coachingthema. Wenn Du Dich darin nicht wiedererkennst oder es für Dein Anliegen keine Bedeutung hat, kann es zunächst einfach stehen bleiben. Relevant wird ein Befund dann, wenn er zu Deinem Erleben passt, etwas verständlicher macht oder im weiteren Verlauf an Bedeutung gewinnt. Daraus können sich konkrete Ansatzpunkte für die weitere Arbeit im Coaching ergeben. ⁴ ¹¹
Du möchtest genauer verstehen, was Dich antreibt und wo Veränderung bei Dir ansetzen kann?
Die PSI-Diagnostik kann Bestandteil eines Coachings sein und wird immer im Zusammenhang mit Deinem konkreten Anliegen ausgewertet.
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Die PSI-Theorie wurde von Prof. Dr. Julius Kuhl an der Universität Osnabrück entwickelt. Sie verbindet Forschung zu Motivation, Emotion, Kognition und willentlicher Handlungssteuerung in einem umfassenden Modell der Persönlichkeit und Selbststeuerung. ⁸ ¹¹ Auch in der internationalen Persönlichkeitsforschung wird PSI als integrativer Ansatz zur Erklärung von Motivation, Selbststeuerung und Persönlichkeitsentwicklung diskutiert. ⁷
Zentrale Annahmen und Konstrukte der Theorie wurden in empirischen Studien untersucht. Dazu gehören unter anderem Handlungs- und Lageorientierung, die Regulation positiver und negativer Affekte, die Unterscheidung eigener und fremder Absichten, die Umsetzung schwieriger Vorhaben sowie das Zusammenspiel bewusster und unbewusster Motive. ¹ ² ³ ⁵ ⁶ ⁹ ¹⁰
Die PSI-Diagnostik setzt sich aus mehreren Verfahren zusammen, die unterschiedliche Aspekte von Motivation, Motivumsetzung und Selbststeuerung erfassen. ⁴ ¹¹ Für mehrere dieser Verfahren wurde wissenschaftlich untersucht, wie zuverlässig sie messen und wie gut sie tatsächlich die Merkmale erfassen, die sie erfassen sollen. Die Ergebnisse stützen ihre wissenschaftliche Eignung zur Erfassung der jeweiligen Konstrukte; in der Fachliteratur werden sie entsprechend als validierte psychologische Verfahren beschrieben. ³ ⁴ ¹¹
Ein einzelner Testwert liefert dabei keine abschließende Erklärung für das Verhalten oder die Persönlichkeit eines Menschen. Aussagekräftig werden die Ergebnisse durch ihre gemeinsame Betrachtung und die Einordnung in die konkrete Lebenssituation und das jeweilige Anliegen.
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Die PSI-Diagnostik findet online statt. Welche Bestandteile der Diagnostik sinnvoll sind, hängt davon ab, was Du genauer verstehen möchtest. Nach der Buchung erhältst Du einen persönlichen Zugangs-Link und kannst den Test in Deinem eigenen Tempo bearbeiten. Dafür solltest Du insgesamt ca. 60 bis 90 Minuten einplanen. Du kannst die Bearbeitung jederzeit unterbrechen und später fortsetzen.
Nach Abschluss werte ich die Ergebnisse aus und bereite sie für unser gemeinsames Auswertungsgespräch auf. Dafür nehmen wir uns 90 Minuten Zeit. Wir betrachten die Ergebnisse im Zusammenhang mit Deinem Anliegen, Deiner aktuellen Situation und Deinen eigenen Beobachtungen. Dabei werden nicht sämtliche Ergebnisse der Reihe nach besprochen, sondern vor allem die Befunde und Zusammenhänge, die für Dein Anliegen relevant sind.
Aus der Auswertung können sich konkrete Ansatzpunkte für ein anschließendes Coaching ergeben. Die PSI-Diagnostik kann aber auch unabhängig davon genutzt werden, wenn Du einfach mehr über Deine Motive, Deine Art der Umsetzung und Deine Selbststeuerung erfahren möchtest.
Eine spätere Wiederholung kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn sich Deine Lebenssituation verändert hat oder im Coaching gezielt an bestimmten Selbststeuerungskompetenzen gearbeitet wurde. Sie kann zeigen, welche Kompetenzen sich weiterentwickelt haben und wie sich veränderte Anforderungen und Rahmenbedingungen in Deiner aktuellen Belastung widerspiegeln. ⁴ Dafür muss nicht die gesamte Diagnostik wiederholt werden. Welche Bestandteile erneut erhoben werden, hängt davon ab, welche Veränderungen betrachtet werden sollen.
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[1] Baumann, N., Kaschel, R., & Kuhl, J. (2005). Striving for unwanted goals: Stress-dependent discrepancies between explicit and implicit achievement motives reduce subjective well-being and increase psychosomatic symptoms. Journal of Personality and Social Psychology, 89(5), 781–799. doi: 10.1037/0022-3514.89.5.781
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[3] Diefendorff, J. M., Hall, R. J., Lord, R. G., & Strean, M. L. (2000). Action-state orientation: Construct validity of a revised measure and its relationship to work-related variables. Journal of Applied Psychology, 85(2), 250–263. doi: 10.1037/0021-9010.85.2.250
[4] Eilers, G. (2022).Einblicke in die Persönlichkeit: Ein Praxisleitfaden für die Diagnostik auf der Grundlage der Theorie der Persönlichkeits-System-Interaktionen (PSI). Hogrefe. doi: 10.1024/86089-000
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[6] Kazén, M., Kaschel, R., & Kuhl, J. (2008). Individual differences in intention initiation under demanding conditions: Interactive effects of state versus action orientation and enactment difficulty. Journal of Research in Personality, 42(3), 693–715. doi: 10.1016/j.jrp.2007.09.005
[7] Koole, S. L., Schlinkert, C., Maldei, T., & Baumann, N. (2019). Becoming who you are: An integrative review of self-determination theory and personality systems interactions theory. Journal of Personality, 87(1), 15–36. doi: 10.1111/jopy.12380
[8] Kuhl, J. (2001).Motivation und Persönlichkeit: Interaktionen psychischer Systeme. Hogrefe.
[9] Kuhl, J., & Kazén, M. (1994). Self-discrimination and memory: State orientation and false self-ascription of assigned activities. Journal of Personality and Social Psychology, 66(6), 1103–1115. doi: 10.1037/0022-3514.66.6.1103
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[11] Kuhl, J., & Strehlau, A. (2014).Handlungspsychologische Grundlagen des Coaching: Anwendung der Theorie der Persönlichkeits-System-Interaktionen (PSI). Springer VS. doi: 10.1007/978-3-658-06475-4

